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 WIRKUNG DER FARBEN
Symbolkraft Farben

SYMBOLKRAFT FARBEN
 

Die Symbolkraft der Farbe
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Farbtherapien wird bei der Farbtiefenwärme die Symbolkraft der Farbe genutzt. Wie ist zu erklären, dass eine symbolhaft verwendete Farbe einen therapeutischen Effekt erbringt?

1. Aktivierung der Selbstheilungskräfte als natürliche Ressourcen

Die als Symbol verwendete Farbe dient dazu, durch Aktivierung positiver Gedanken und Gefühle die hiermit verknüpften eigenen Ressourcen (Selbstheilungskräfte) zu aktivieren. Bereits die Änderung der Richtung des Aufmerksamkeitsfokus auf ein positiv belegtes Symbol (hier die Farbe und die applizierte Wärme) und nicht mehr auf die Symptomatik bewirkt oftmals bereits eine deutliche Symptomlinderung wie auch eine Minderung der vegetativen und psychogenen Begleitsymptomatik. Wenn die Farbe mit der applizierten Wärme verknüpft ist, wird bei Konzentration auf die Farbe zudem die Wärmewirkung intensiviert.

Neben dem Aufmerksamkeitsfokus haben auch die Erwartungshaltung und die Gefühlslage des Patienten Auswirkungen auf den Erfolg einer Therapie. So beeinflusst etwa die Grundhaltung des Patienten zu einer medikamentösen Therapie mit „Chemie“ oder Naturheilmitteln ebenso die Rate von Nebenwirkungen und den therapeutischen Erfolg. Meist werden Naturheilverfahren von den Patienten bevorzugt und oft suchen sich Patienten „ihren“ Therapeuten bereits danach aus, ob die eigene Erwartungshaltung an die Therapie mit den Vorlieben des Therapeuten (etwa auf dem Praxisschild „Naturheilverfahren“, „Chirotherapie“ oder „Sportmedizin“) deckungsgleich sind. Der Erfolg einer Therapie wird zudem entscheidend durch die Interaktion des Patienten mit dem Therapeuten beeinflusst.

Anmerkung:
Dass auch in der klassischen Schulmedizin die natürlichen Ressourcen eine große Rolle spielen, zeigt sich bei der Gabe eines Medikamentes. Dieses weist üblicherweise eine exakte chemisch definierte Formel auf und es ist eine biochemisch- physiologische Wirkungsweise bekannt. Um die Wirksamkeit dieses Medikamentes zu überprüfen, werden Studien durchgeführt, und zwar oft gegenüber Placebo, einem Medikament ohne Wirkstoff. Da ein Placebo trotz Fehlen eines „Wirkstoffes“ dennoch meist eine Wirkung (gelegentlich auch Nebenwirkungen) zeigt, kann dies nur durch die Aktivierung eigener Ressourcen erklärt werden. Dabei spielt die Erwartungshaltung des Patienten eine große Rolle, ob eine Heilwirkung oder vermehrte Nebenwirkungen aus der Einnahme des Scheinmedikamentes resultieren. Diese Erwartungshaltung des Patienten wiederum wird entscheidend durch die Interaktion zwischen Patient und Therapeut bestimmt. Deshalb müssen im Sinne der Schulmedizin aussagekräftige Studien „doppelblind“ durchgeführt werden, damit weder der Patient weiß, welches Präparat (mit oder ohne Wirkstoff) er erhält noch der Therapeut, der das Medikament gibt und die Fragen zur Wirksamkeit stellt.

2. Die Bedeutung von Symbolen in der Therapie

Ein Symbol (Griechisch: „Symbolon“, ein in zwei Teile gebrochenes Zeichen, durch deren Zusammenfügung sich die Besitzer wieder erkennen) ist ein Erkennungszeichen, welches entweder aus einer Reihe allgemeiner Symbole übernommen oder neu und individuell konstruiert werden kann. Individuell bedeutet dabei, dass ein Symbol für jeden Menschen etwas anderes bedeuten kann wie auch, dass für dieselbe Person ein Symbol je nach Situation unterschiedliche Bedeutung haben kann. Das Symbol steht stellvertretend für einen komplexen Zusammenhang. Dabei umfasst das Symbol nicht nur die äußeren Zusammenhänge, sondern beinhaltet assoziativ gleichzeitig die emotionale Bewertung und kann mit dem Symbol verknüpfte individuelle Reaktionsmuster aktivieren.

Für die Therapie bedeutet dies im Umkehrschluss, dass Symbole als chiffrierte Codes neu geschaffen und derart mit positiven Emotionen und Reaktionsmustern gekoppelt („geankert“) werden können, dass das spätere Aufrufen des Symbols entsprechende positive Emotionen und eigene (selbstheilende) Ressourcen aktiviert. Anders formuliert bedeutet dies, dass wenn wir entsprechende Symbole für Reaktionsmuster haben oder neu schaffen, welche unsere positiven Ressourcen aktivieren, diese Symbole uns bei Bedarf dahingehend stabilisieren können, dass wir in Stresssituationen formalisierte Antworten parat haben.

Farben eignen sich als Symbole besonders gut, da nahezu jeder Mensch positive Assoziationen mit Farben verbindet (sprichwörtlich: „bringt Farbe ins Leben“).
Im Konzept der Farbtiefenwärme wird als Symbol eine individuelle Farbe für jeden Patienten gefunden. Hierfür steht eine Palette von 12 Farben zur Auswahl. Auswahlkriterium ist, dass diese Farbe entweder mit positiven Emotionen verbunden ist („Lieblingsfarbe“, „Heilfarbe“ oder der mit der positiven Wärme assoziierten Farbe) oder im Idealfall für eine Ressource im Sinne der Selbstheilung zur Verfügung steht. Letzteres kann in Hypnose, Bio- Feedback oder anderen Verfahren herausgefunden - und damit gleichzeitig verstärkt - werden.

Dadurch, dass die Farbe nicht nach theoretischen Vorgaben, sondern nach den eigenen Empfindungen und Bedürfnissen des Patienten gewählt wird, entsteht immer eine positive Beziehung zur Farbe und zur Wärme, die auch in anderen Therapieverfahren (Entspannungstrancen, Hypnose) genutzt werden können.

3. Das therapeutische Ritual

Wie bereits erwähnt hängt der Erfolg einer Therapie entscheidend von der Interaktion des Patienten mit dem Therapeuten ab. Diese Interaktion findet als therapeutisches Ritual statt.

Definition:
Rituale sind Interaktionsformen, die in standardisierter Weise Handlungen vollziehen, dabei „kann man ein Ritual als eine intensive, erlebte symbolische Struktur betrachten, die eine Identität erneuert oder transformiert" (St. Gilligan). Der rituelle Charakter verdichtet die Kommunikation, da sich der Blickwinkel des Patienten auf den therapeutischen Bezugsrahmen einengt. Hierdurch wird die Aufnahme ablenkender Eindrücke vermindert. Die Wirkung von Sprache, Bildern und Symbolen ist intensiviert, gleichzeitig die emotionale Einbindung verstärkt. Die emotionale Einbindung wiederum führt zu einer Verbesserung der Aufnahme in das Langzeitgedächtnis, wodurch eine spätere Reaktivierung der verwendeten Bilder und Symbole und damit auch das Aufrufen eigener Ressourcen verbessert werden.

Der rituelle Charakter der Therapie wird verstärkt durch die Verwendung zahlreicher Symbole. Dazu gehören etwa der weisse Kittel oder das umgehängte Stethoskop, die Verabreichung eines Medikamentes (manchmal muss es auch „die Spritze“ sein) oder das Aufkleben eines Pflasters. Damit die Interaktion zwischen Patient und Therapeut erfolgreich sein kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:


 
Patient und Therapeut befinden sich in einem therapeutischen Setting
dabei erteilt der Patient einen Auftrag zur Heilung oder Symptomlinderung dem Therapeuten
dem er die notwendige Kompetenz (Wissen und Fähigkeiten) zur Therapie zuschreibt
Entsprechend muss ein Vertrauensverhältnis zum Therapeuten bestehen
Vor Einleiten der Therapie führt der Therapeut eine Diagnostik durch, um eine Diagnose zu stellen
Die sich anschließende Therapie ist mit einer (rituellen) Handlung des Therapeuten verbunden (Tablette geben, Verband machen, Salben auftragen, Zuhören, verbale Intervention, Handauflegen bei der Untersuchung …), wobei
üblicherweise eine für den Patienten ausreichende Erklärung vorliegen muss, wie und wodurch dabei die therapeutische Wirkung entsteht.



 

Letzterer Punkt ist besonders zu beachten, wenn eine Therapie breite und effektive Anwendung finden soll. Gerade den Patienten, welche sich in der Schulmedizin aufgehoben fühlen (und allen alternativen, „esoterischen“ Therapien eher ablehnend gegenüberstehen) muss eine schlüssige und einfach nachvollziehbare Beschreibung des „Wirkungsmechanismus“ angeboten werden. Hierzu dient bei der Farbtiefenwärme entweder die Austestung (und damit die Bestätigung der Richtigkeit) einer „Heilfarbe“ oder die zur Ankerung von Farbe und Wärme verwendeten Erklärungen.